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Der Schausteller
(Herkunft / Ursprung: unbekannt)
Doch weit gefehlt: Ein romantisches Vagabundendasein führen unsere Schausteller schon lange nicht mehr. Die Tage auf den Festen sind geprägt von Stress, Konkurrenzdruck und harter Arbeit. Viele Plätze in der Saison stehen schon im Januar vertraglich fest, bei Nichterscheinen drohen hohe Konventionalstrafen. Auf- und Abbau bedeuten oft genug tage- und vor allem beim Abbau - auch nächtelange Schufterei.
Kaum ein anderer Beruf in unserer Wirtschaft stellt so vielfältige Anforderungen an einen einzelnen Menschen wie der des Schaustellers. Gleichzeitig ist dies aber auch der große Schatz der Reise: der übergroße Facettenreichtum, die unzähligen Erfahrungen, Vorteile, die einem keiner mehr nimmt.
Das folgende Gedicht spricht aber mehr aus, als das es die unzähligen Tätigkeitsfelder der Reisenden streift. Aus ihm spricht die große Gelassenheit, mit der die Schausteller ihren Alltag meistern. Dass dazu nicht nur handwerkliche Fähigkeiten gehören, sondern vor allem das, was man nur als Schausteller fühlen kann - die Liebe zum Beruf - wollen uns die gereimten Zeilen deutlich machen.
Der Schausteller
Auf und ab und unterbauen
Anker schlagen, Pfähle hauen
Masten stellen, Front ausrichten
und mit Bleiweiß Löcher dichten.
Wagen streichen und lackieren,
Farben mischen, aufpolieren,
Leinwand nähen, Seile spleißen,
Knoten schlagen die nicht reißen.
Schriften malen, Eintrittsschilder,
renovieren alte Bilder,
Wagen winden, Platten schleppen,
Blitzabbau mit Aushilfsdeppen.
Wagen packen und verladen,
Kurzschluss finden, Motorschaden,
Trecker fahren und rangieren,
Tiere pflegen und dressieren.
Löten schweißen, Blech beschlagen,
Wasser legen oder tragen,
Schreinern, zimmern, nivellieren,
Orgelnoten reparieren.
Neon an- und abmontieren,
und das neuste gleich kapieren.
Geht mal irgendetwas schief,
Tag und Nacht auf dem Qui vive!
Deutsch gut sprechen, Briefe schreiben,
und stets auf dem Teppich bleiben.
Ab und zu den Mund aufmachen,
und dann wieder freundlich lachen.
Kalkulieren, Bücher führen,
die Reklametrommel rühren.
In der Not improvisieren,
und nicht nur den Wagen schmieren.
Reise-Route, Pläne machen,
und noch tausend andere Sachen.
Doch das was im Herzen steckt,
macht den Schausteller erst perfekt !
Quelle: unbekannt
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Publiziert am: Donnerstag, 19. März 2009, (260 mal gelesen)
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